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Der Zusammenhang zwischen Klima und Meeresspiegelhöhe Kürzlich fand ich in einer neueren Publikation eines Geologen zur Stratigraphie der Trias-Jura-Grenze eine merkwürdige Aussage zum Niedergang der Ammonitenfauna am Ende der Trias. Der Meeresspiegel sollte stark abgesunken sein, außerdem sollte sich dysoxisches oder sogar anoxisches Bodenwasser auf den Schelf ausgedehnt und damit die Ammoniten dezimiert haben. Das alles sollte durch Vulkanismus und eine daraus resultierende hohe Kohlendioxyd-Konzentration in der Atmosphäre (das wichtigste Treibhausgas!) mit anschließender Übersäuerung der Ozeane verursacht sein. Der Vulkanismus sollte zu einem Wechsel von kar- bonatischer zu terrigener Sedimentation und gleichzeitig zu einer Klimaänderung von arid zu humid geführt haben. Von einer klima- tischen Abkühlung war nicht die Rede. Als Antwort auf von mir geäußerte Bedenken bezüglich einer solchen Aussage bestätigte mir der Hauptautor, dass eine Abkühlung mit der Regression offensichtlich nicht verbunden war, nur eine Zunahme der Humidität, und dass Vulkanismus für die Regression verantwortlich sein sollte. Ich war leicht erschüttert, von einem Geologieprofessor so etwas zu lesen. Es sollte ihm doch eigentlich bekannt sein, dass die Wassermenge auf unserem Planeten konstant ist. Wasser kann nicht einfach verschwinden und bei einer späteren Transgression wieder neu entstehen. Wasser kann nur seinen Aggregatzustand zwischen flüs- sig, fest als Eis und in vernachlässigbarem Ausmaß auch dampfförmig verändern. Es ist auch kaum vorstellbar, dass durch Hebung oder Senkung wasserbedeckter Areale oder durch Veränderungen bei der Wanderung der Kontinente die Gesamtheit der Wasser- fläche derart verändert werden kann, dass es zu einer daraus folgenden Erhöhung oder Erniedrigung des Meeressspiegels kommen kann. Eine Regression des Meeresspiegels ist immer die Folge einer Abkühlung des Klimas und bedeutet, dass Wasser in Eis und Schnee umgewandelt wurde und die Polkappen größer geworden sind. Eine Regression muss auch nicht die Ausmaße wie im Pleistozän annehmen und kann trotzdem gravierende Auswirkungen haben. Es ist bekannt, dass während der Eiszeit der Meeres- spiegel um mehr als 100 m abgesunken war. Zeugnis davon legen z.B. in der Karibik Tropfsteinbildungen in Karsthöhlen ab, die heute weit unter dem Meeresspiegel liegen, ebenso eine geflutete Höhle mit Wandmalereien im Süden Spaniens, die zufällig von Tauchern entdeckt wurde. Der rasche und für damalige Bewohner von Küstengebieten unerklärliche weltweite Anstieg des Meeres- spiegels am Ende der Eiszeit vor ca. 10.000 Jahren fand Eingang in das kollektive Gedächtnis vieler Völker, am bekanntesten ist die Sintflutgeschichte der Bibel. Der mit der erneuten Transgression verbundene Klimawandel dürfte den Hintergrund für die Bibelge- schichte von der Vertreibung aus dem Paradies bilden. Die Temperaturerhöhung führte zu Austrocknung vieler Gebiete bis zur Wüs- tenbildung von der Sahara über die arabische Halbinsel bis hin zum Zweistromland und Persien. Andererseits bedeutet ein Meeresspiegelmaximum, dass Gletscher und Polkappen weitgehend oder komplett abgeschmolzen sind, die Temperatur auf der Erde besonders hoch ist. Beide Fälle sind vorgekommen. Die Ablagerungen von Muschelkalk, Jura, Oberkrei- de, Oligozän usw. fanden auf unserem Kontinent bei hohen Temperaturen statt. Für eine Regression muss man nicht Zuflucht bei Katastrophenszenarien suchen. Vulkanismus und Freisetzung von Kohlensäure tritt ständig bei der Bewegung von Kontinental- platten auf, ist also nichts Besonderes. Abkühlung und starke Verflachung oder Trockenfallen ehemaliger epikontinentaler Meeres- gebiete reichen wahrscheinlich vollkommen aus, um die Lebensgrundlagen vieler Bewohner flacher Meere und des Schelfs nach- haltig zu verschlechtern oder sie sogar aussterben zu lassen, insbesondere gilt das für die bodenbewohnenden Ammoniten. Sie haben immer auf Regressionen empfindlich reagiert, und mit der bedeutenden Regression am Ende der Kreide war es dann um sie geschehen. Wie stark ein Rückgang von Meeresspiegel und Temperatur spürbar in Erscheinung tritt, hängt von der geographischen Breite ab; er wird am Äquator weniger stark wahrgenommen als in hohen oder tiefen Breiten. Klimawandel und Meeresspiegelschwankungen kleineren oder größeren Ausmaßes sind ein ganz normaler Vorgang. Angesichts der aktuellen Warnungen der Katastrophenpropheten vor Klimaerwärmung und Meeresspiegelanstieg, für die der Mensch mit seinen Autos und Glühbirnen verantwortlich gemacht werden soll, sollte dieses Thema eigentlich besonders Geologen geläufig sein. Der angebliche in absehbarer Zukunft unumkehrbare Klimawandel lässt mich ziemlich kalt. Manche Geologen konzentrieren sich anscheinend nur auf die Auswirkungen von Trans- und Regression auf die Sedimentation und interessieren sich nicht wirklich für die Ursachen; gelernt und nichts mehr dazu gelernt. . |
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